„Ey Mann – Wo is’ mein Auto?“ ist
eine amüsante Reise zurück in eine Zeit, als die Welt noch ein bisschen besser
war: Die richtig coolen Bands erkannte man an der Zahl im Namen, Britney Spears
flanierte gemeinsam mit Justin Timberlake im Ganzkörper-Jeans-Look über den
roten Teppich, Pierce Brosnan war ein arschcooler James Bond und ein
800MHz-Computer galt als Höllenmaschine.
Der Film entstammt einer Ära, in
der ein weit blödeliger Humor vorherrschte als heutzutage. Zwar gibt es auch jetzt
noch debile Komik im Kino, damals waren die Blödsinns-Komödien aber meist
ehrlicher und damit auch lustiger. Dies trifft auch auf „Ey Mann“ zu, es gibt
einiges zu lachen und zu sehen: Schutzanzüge aus Luftpolsterfolie,
Jurrassic-Park-Parodien mit Straußenvögeln, nymphomanische Aliens und so
weiter.
Die nur lose miteinander
verbundenen Szenen sind herrlich doof, sodass man den beiden Hauptfiguren gerne
bei ihrer Dummheit zusieht. Kutcher und Scott verleihen dem Ganzen eine
positive Stimmung, ohne jemals auf die Nerven zu fallen. Man könnte es durchaus
als Teenie-Version von „Dumm und Dümmer“ bezeichnen. Umso erfreulicher ist die
Unverbrauchtheit des ganzen Plots – es geht nur darum, wo das verdammte Auto
ist! Übliche Klischees, etwa ein mit Spinden gepflasterter Gang in der High School,
auf dem sich Cheerleader, Quarterbacks und Loser begegnen, werden genauso
ausgelassen wie allzu offensichtliche Slapstick-Späße.
Nur schwärmen kann ich von dem
Soundtrack, der so typisch für die Komödien dieser Periode ist: Punk-Bands und
coole 90s-Hip-Hop-Sounds verhelfen genauso der Sogwirkung wie die schnelle Szenenabfolge.
Spätestens als Zebraheads „Playmate of the Year“ angespielt wurde, hatte mich
der Film!
Mit einer „echten“ Story und
besseren Charakteren hätte „Ey Mann – Wo is’ mein Auto?“ sogar noch eine höhere
Wertung einfahren können, somit bleibt American Pie aber meine liebste Anno-2000-Komödie.
Nostalgie spielt in meine Wertung natürlich hinein, doch die gefühlte Zeitreise
ist ein großes Verdienst des Millenium-Hangovers. Einmal zurück bitte!
7.5/10

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